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KI in Geotechnik und Baugrundanalyse: Den Untergrund verstehen und Gründungen gezielter planen

Wie aus Bohrungen, Sondierungen und Versuchen ein belastbares Bild des Baugrunds entsteht – und wo lernende Modelle die Planung voranbringen.

Eine Produktionshalle ist geplant. Grundriss, Zufahrt und Betriebsabläufe nehmen Form an. Unter der künftigen Bodenplatte bleibt das Bild lückenhaft: An einigen Stellen ist der Untergrund untersucht, dazwischen müssen Fachleute den Verlauf der Schichten erschließen. Ob eine weiche Lage früh ausläuft oder sich unter das Gebäude zieht, kann weitere Untersuchungen, die Gründung und damit den Projektablauf verändern.

KI-Verfahren können geotechnische Fachleute dabei unterstützen, Messreihen aus Sondierungen auszuwerten, mögliche Schichtverläufe zwischen Aufschlüssen zu untersuchen und Berechnungen für Gründungsvarianten zu beschleunigen. Die Fachplanung verbindet diese Ausgaben mit Bodenproben, Versuchen und ihrer geologischen Interpretation. So lässt sich etwa untersuchen, wo zusätzliche Erkundung nötig ist und welche Gründungsvarianten weiterverfolgt werden sollten. Dieses Briefing erklärt den Weg vom einzelnen Messpunkt zur Gründungsplanung und stellt dazu reale Anwendungen, Anbieter und Forschung vor.

Stand: 8. Oktober 2026

Das Wichtigste in 20 Sekunden

Untersuchungen zusammenführen:
Bohrungen zeigen das Bodenmaterial; Drucksondierungen zeichnen sein Verhalten über die Tiefe auf. Die geotechnische Fachplanung verbindet beide Informationsquellen.
KI-Verfahren passend auswählen:
Messprofile klassifizieren, Schichtverläufe prognostizieren und aufwendige Gründungsberechnungen annähern sind unterschiedliche Aufgaben.
Weitere Erkundung begründen:
Der Vergleich möglicher Baugrundmodelle hilft, Untersuchungen dort zu planen, wo eine offene Gründungsfrage geklärt werden muss.
Reale Anwendungen kennenlernen:
Die Praxisfälle zeigen KI bei Gutachtenentwürfen, Pfahlplanung, Kranfahrwegprüfungen und einer Gründungssanierung.
Ergebnisse in die Fachplanung übernehmen:
Gutachter und Gründungsplaner benötigen neben dem räumlichen Modell auch Messgrundlagen, Interpretation und Berechnungsannahmen.

Relevanz für die Bauprozesse

Die Einordnung zeigt die Bedeutung des Themas für konkrete Aufgaben und Entscheidungen. 0: keine unmittelbare, 1: indirekte oder zu beobachtende, 2: klare, 3: hohe oder strategische Relevanz.

Strategie & Projektentwicklung

Strategie & Projektentwicklung: Relevanz 2 von 3 PunktenKlare Relevanz

Bauherren und Projektentwickler klären, welche Baugrundfragen vor der weiteren Planung untersucht werden müssen. Geotechnische Modelle helfen, den Erkundungsbedarf und die nächsten Entscheidungen für das Vorhaben gezielter vorzubereiten.

Die nächste Untersuchung gezielt wählen: Prognosen für Erkundung und Gründungsvarianten nutzen

Quellen: 14, 13, 2.

Planung & Design

Planung & Design: Relevanz 3 von 3 PunktenHohe oder strategische Relevanz

Geotechnische Fachplanung und Gründungsplanung verbinden Bohrungen, Sondierungen und Versuche zu Baugrundmodellen. KI-gestützte Auswertungen und Lernmodelle helfen, Schichten, Kennwerte und Gründungsvarianten zu bearbeiten.

Die nächste Untersuchung gezielt wählen: Prognosen für Erkundung und Gründungsvarianten nutzen

Quellen: 4, 14, 2.

Ausschreibung & Vergabe

Ausschreibung & Vergabe: Relevanz 1 von 3 PunktenIndirekte oder zu beobachtende Relevanz

Nachvollziehbare Untersuchungsstände und Baugrundannahmen helfen Auftraggebern, weitere Untersuchungs- und Planungsleistungen abzugrenzen. Die Relevanz für die Vergabe entsteht über diese vorbereitete fachliche Grundlage.

Vom Modell in die Planung: Ergebnisse übergeben, Verantwortung klären und Aufwand bewerten

Quellen: 9, 10.

Bauausführung & Baustellenmanagement

Bauausführung & Baustellenmanagement: Relevanz 3 von 3 PunktenHohe oder strategische Relevanz

Bauunternehmen nutzen geotechnische Auswertungen bei wiederkehrenden Entscheidungen auf der Baustelle, etwa zur Beurteilung von Kranfahrwegen. Versuchsergebnisse aus einem Bauabschnitt können außerdem die Pfahlplanung weiterer Abschnitte verbessern.

KI-Geotechnik in der Praxis: Messungen, Modelle und Fachwissen im Projekteinsatz

Quellen: 5, 7, 4.

Betrieb & Instandhaltung

Betrieb & Instandhaltung: Relevanz 2 von 3 PunktenKlare Relevanz

Eigentümer und geotechnische Fachleute untersuchen Setzungen bestehender Gebäude und entwickeln passende Gründungsmaßnahmen. Der Fall Jazan zeigt die Verbindung von Beobachtung, Modellierung und ausgeführter Sanierung.

KI-Geotechnik in der Praxis: Messungen, Modelle und Fachwissen im Projekteinsatz

Quellen: 6.

Rückbau & Kreislaufwirtschaft

Rückbau & Kreislaufwirtschaft: Relevanz 1 von 3 PunktenIndirekte oder zu beobachtende Relevanz

Erhaltene Untersuchungsdaten und nachvollziehbare Baugrundmodelle unterstützen spätere Eingriffe am Standort. Der Bezug zu Umbau und Rückbau entsteht über die Weiterverwendung dieser geotechnischen Grundlagen.

Vom Modell in die Planung: Ergebnisse übergeben, Verantwortung klären und Aufwand bewerten

Quellen: 9, 10.

Den Baugrund besser einschätzen: wo KI Erkundung und Gründungsplanung unterstützt

KI kann geotechnische Fachleute dabei unterstützen, Sondierungen auszuwerten, mögliche Schichtverläufe zu vergleichen und daraus weitere Erkundung oder Gründungsvarianten abzuleiten.

Das Hallenprojekt begleitet dieses Briefing als vollständig fiktives Beispiel. An zwei Rändern und im nördlichen Baufeld liegen Untersuchungen vor. Im Norden wurde eine weiche, zusammendrückbare Zwischenlage angetroffen. Unter der südlichen Gebäudemitte fehlt ein Aufschluss. Zwei Vorstellungen sind zunächst plausibel: Die Lage endet vor der Mitte, oder sie setzt sich als Rinne darunter fort. Beide Bilder passen zu Teilen des vorhandenen Wissens, führen aber zu unterschiedlichen Fragen an die weitere Planung.

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Für den Bauherrn geht es um Aufwand, Termine und eine geeignete Gründung. Die Geotechnikerin muss verstehen, wie der Untergrund aufgebaut ist und wie er sich unter Belastung verhält. Der Tragwerksplaner benötigt daraus Größen und Randbedingungen, mit denen er das Bauwerk bearbeiten kann. Diese Perspektiven greifen ineinander: Eine geänderte Stützenstellung kann andere Bodenbereiche beanspruchen; eine neue Untersuchung kann eine bislang ungünstig eingeschätzte Gründungsvariante wieder interessant machen.

Für diese Fachaufgaben kommen unterschiedliche KI-Verfahren infrage. Ein Klassifikationsmodell ordnet Abschnitte einer Drucksondierung nach ihrem gemessenen Bodenverhalten. Ein räumliches Prognosemodell untersucht mögliche Schichtverläufe zwischen den Aufschlüssen. Ein gelerntes Ersatzmodell nähert aus Berechnungen oder Versuchen abgeleitete Zusammenhänge an, beispielsweise das Tragverhalten einer Gründung unter veränderten Bedingungen. Die geotechnische Fachplanung verwendet diese Ausgaben jeweils anders: als Vorschlag für die Bodeninterpretation, als räumliche Planungsgrundlage oder für einen Variantenvergleich.

Damit wird auch die Abgrenzung zur frühen Standortanalyse deutlich. Dort interessiert beispielsweise, welche Flächen grundsätzlich geeignet erscheinen. Die Geotechnik vertieft den konkreten Untergrund eines Vorhabens: Welche Schichten tragen? Wo sind unterschiedliche Verformungen zu erwarten? Was sollte als Nächstes untersucht werden? Je näher eine Prognose an eine Gründungsentscheidung heranführt, desto enger müssen ihr Datenbestand, die geologische Vorstellung und das mechanische Modell zusammenpassen.

Für den Einstieg in den KI-Einsatz eignen sich klar abgegrenzte geotechnische Aufgaben. Ein Planungs- oder Gutachterbüro kann beispielsweise Messreihen aus Drucksondierungen mit KI auswerten und die vorgeschlagene Einteilung in Bodenverhaltensabschnitte fachlich prüfen. Bei der räumlichen Baugrundmodellierung können KI-Verfahren helfen, mögliche Schichtverläufe zwischen vorhandenen Aufschlüssen zu untersuchen. Die geotechnische Fachplanung vergleicht anschließend, wo sich diese Vorstellungen unterscheiden und welche zusätzliche Untersuchung die offene Gründungsfrage klären könnte. Ein Bauunternehmen kann eine wiederkehrende Baustellenaufgabe aufgreifen, etwa die Auswertung von Sondierungsdaten für Kranfahrwege. Für die Einführung zählt, ob die KI-Unterstützung einschließlich Datenaufbereitung und fachlicher Prüfung den Aufwand bis zur verwendbaren Auswertung verringert oder zusätzliche Varianten untersuchbar macht.

Quellen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8.

Bohrungen, Sondierungen und Versuche verbinden: aus Messpunkten wird ein Baugrundmodell

Die geotechnische Fachplanung verbindet Bohrproben, Sondierungen und Versuche zu einem Baugrundmodell, indem sie Messgrößen, räumliche Lage und fachliche Interpretation gemeinsam auswertet.

Eine Bohrung macht Bodenmaterial zugänglich. Proben und Beschreibung helfen, Schichten geologisch einzuordnen; Laborversuche untersuchen ausgewählte Eigenschaften unter definierten Bedingungen. Eine Drucksondierung verfolgt einen anderen Zugang: Eine Sonde wird in den Boden gedrückt und zeichnet dabei Messgrößen über die Tiefe auf. Der Spitzenwiderstand beschreibt den Widerstand an der Sondenspitze, die lokale Mantelreibung den Kontakt an einer Messhülse. Bei einer CPTu kommt der gemessene Porenwasserdruck hinzu. So entsteht ein dichtes Profil des Bodenverhaltens entlang eines schmalen Erkundungspfads.

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Geotechnische Fachleute müssen bei der gemeinsamen Auswertung drei Ebenen auseinanderhalten. Die Messkurve enthält zunächst Größen wie den Spitzenwiderstand. Eine daraus abgeleitete Bodenverhaltensklasse ist bereits eine Interpretation mehrerer Signale; die Ansprache einer Bohrprobe beschreibt dagegen das gewonnene Material. Ein Reibungswinkel oder eine Steifigkeit wird schließlich aus geeigneten Versuchen, Beziehungen und fachlichen Annahmen für eine Berechnungsaufgabe abgeleitet. Bleiben diese Ebenen im Datenbestand erkennbar, lässt sich eine Abweichung gezielt bearbeiten: Betrifft sie den Messwert, die Schichtzuordnung oder den für die Berechnung gewählten Parameter?

Drei Ebenen auf dem Weg zur Planung – eigene Darstellung auf Grundlage von 3, 9, 13

EbeneBeispielBeitrag zur Baugrundinterpretation und Gründungsplanung
MessungSpitzenwiderstand einer DrucksondierungZeigt Veränderungen entlang der untersuchten Tiefe
InterpretationZuordnung eines Abschnitts zu einem BodenverhaltenVerbindet Signale zu einer fachlich lesbaren Schichtvorstellung
Abgeleitete PlanungsgrößeParameter für ein gewähltes BodenmodellErmöglicht die Untersuchung von Verformung und Tragverhalten

Damit KI-Modelle und Fachleute mehrere Aufschlüsse gemeinsam auswerten können, muss das Gutachterbüro die Messreihen räumlich und fachlich zuordnen. Koordinaten, Höhenbezug, Ansatzhöhe und Tiefenangaben bestimmen, welcher Untergrundbereich beschrieben wird. Hinzu kommen Einheiten, Messverfahren und die Herkunft berechneter Werte. Strukturierte Austauschformate und Datenplattformen halten diese Angaben in wiederverwendbaren Feldern zusammen. Während ein PDF das Lesen eines Gutachtens erleichtert, benötigt eine wiederholte rechnerische Auswertung zugängliche Messreihen mit eindeutig zugeordneten Metadaten.

Im fiktiven Hallenprojekt könnte die weiche Lage in einer benachbarten Bohrung etwas tiefer beginnen als in der Drucksondierung. Die geotechnische Fachplanung prüft zunächst Höhenbezug und Messorte. Bleibt die Differenz bestehen, untersucht sie, ob eine Schichtneigung, ein kleinräumiger Bodenwechsel oder unterschiedliche Interpretationen die Abweichung erklären. Dazu betrachtet sie Messkurve, Bohrprobe und räumliche Lage gemeinsam. Erst auf dieser Grundlage entscheidet sie, wie der Schichtübergang im Baugrundmodell dargestellt wird.

Die strukturierte Erfassung erleichtert auch spätere Gründungsvarianten und Ergänzungen des Gutachtens. Kommt eine neue Sondierung hinzu, kann das Gutachterbüro deren Messwerte in denselben räumlichen Bestand einordnen und die Schichtinterpretation fortschreiben. Gründungsplaner können anschließend erkennen, welche Berechnungen auf dem früheren Baugrundbild beruhen und welche wegen der neuen Erkenntnisse erneut betrachtet werden müssen. Die Datenaufbereitung schafft damit eine Grundlage für wiederholbare KI-Auswertungen und für die fachliche Nachvollziehbarkeit der Planung.

Bei der Übergabe der Untersuchungsdaten sollte das Gutachterbüro auch Zeitpunkt und Bedingungen der Messung festhalten. Grundwasser und Porenwasserdruck beeinflussen das Verhalten des Bodens. Eine Untersuchung beschreibt zunächst die dabei angetroffenen Verhältnisse; für die Gründungsplanung können weitere Zustände relevant sein. Im Baugrundmodell muss deshalb erkennbar bleiben, welcher Eintrag auf einer Beobachtung beruht und welcher eine für die Berechnung gewählte Annahme beschreibt. Bei neuen Grundwasserinformationen kann die Fachplanung dann gezielt prüfen, welche Interpretation oder Berechnungsannahme angepasst werden muss.

Quellen: 1, 2, 3, 9, 10, 11, 12.

Zwischen den Messpunkten: wie KI Schichten erkennt und Baugrundverhalten prognostiziert

KI kann Messabschnitte nach Bodenverhalten zuordnen, räumliche Schichtverläufe prognostizieren oder geotechnische Berechnungen annähern; geologisches Wissen und mechanische Modelle bestimmen die fachliche Verwendung.

Bei der KI-gestützten Sondierungsauswertung kann die erste Aufgabe darin bestehen, das Bodenverhalten einzelner Tiefenabschnitte einzuordnen. Grundlage sind Spitzenwiderstand, Mantelreibung und weitere verfügbare Messgrößen. Ein regelbasiertes Verfahren verwendet bekannte Beziehungen und Wertebereiche. Ein lernendes Verfahren gewinnt die Zuordnung aus Beispielen bereits eingeordneter Abschnitte. Entscheidungsbäume unterteilen den Merkmalsraum durch aufeinanderfolgende Entscheidungen; ein Ensemble verbindet mehrere Bäume. Neuronale Netze lernen Zusammenhänge über miteinander verknüpfte Rechenschichten. Für die Auswahl muss das Gutachterbüro prüfen, welche Messgrößen es regelmäßig erfasst und welche Böden die Auswertung unterscheiden soll.

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Eine MapCPT-Studie vergleicht mehrere Lernverfahren mit einem regelbasierten Ansatz zur Interpretation von Drucksondierungen. Für die untersuchten heterogenen Daten beschreibt sie Vorteile des transparenten Regelansatzes. Ein Gutachterbüro kann einen solchen Methodenvergleich auf seine eigene Aufgabe beziehen: Lassen sich die vorgeschlagenen Bodenverhaltensklassen anhand der Messkurven nachvollziehen? Wo unterscheiden sie sich von der bisherigen Interpretation? An diesen Fragen lässt sich beurteilen, welches Verfahren die Sondierungsauswertung unterstützt.

Die räumliche Baugrundmodellierung untersucht anschließend, wie sich die an einzelnen Aufschlüssen erkannten Eigenschaften und Schichten zwischen den Messorten fortsetzen könnten. Ein räumliches Lernmodell kann dafür Lage, Tiefe und geologische Hinweise mit den Messprofilen verbinden. Geostatistische Verfahren verfolgen ebenfalls diese räumliche Aufgabe und können mehrere zu den Beobachtungen passende Untergrundbilder erzeugen. Die geotechnische Fachplanung erhält damit unterschiedliche mögliche Schichtverläufe, die sie auf ihre Bedeutung für das Bauwerk untersuchen kann.

Für die fiktive Halle vergleicht die geotechnische Fachplanung beispielsweise eine vor der Gebäudemitte auslaufende weiche Lage mit einer durchgehenden Rinne. Eine gemeinsame Darstellung beider Schichtverläufe zeigt, in welchem Bereich die vorhandenen Aufschlüsse beide Vorstellungen zulassen. Liegt dort eine für die Gründung wichtige Gebäudezone, lässt sich die nächste Sondierung auf diese offene Frage ausrichten. Die räumliche Modellierung unterstützt damit die Auswahl eines Untersuchungsorts; die Interpretation der neuen Messung bleibt Aufgabe der Fachplanung.

Für den Vergleich des Trag- oder Verformungsverhaltens können Ingenieure zahlreiche Varianten mit einem mechanischen Modell berechnen. Ein aus solchen Berechnungen trainiertes KI-Ersatzmodell lernt die Beziehung zwischen Eingaben und Ergebnis und kann ähnliche Abfragen schneller annähern. Itasca nutzt diesen Ansatz bei der Beurteilung von Kranfahrwegen. Die numerischen Berechnungen beschreiben den geotechnischen Zusammenhang; das neuronale Modell erleichtert wiederholte Auswertungen im dafür geprüften Anwendungsbereich. Welche Bodenbedingungen und Belastungen dieser Bereich umfasst, muss für die Anwender der Auswertung erkennbar sein.

Bei der Prüfung solcher Ausgaben muss die geotechnische Fachplanung erkennen, worauf sich eine Unsicherheitsangabe bezieht. Eine unklare Bodenverhaltensklasse verlangt einen Blick auf Messkurve und Zuordnungsverfahren. Ein unklarer Schichtverlauf betrifft dagegen den Raum zwischen den Aufschlüssen und kann zusätzliche Erkundung erfordern. Bei einer unsicheren Verhaltensprognose sind außerdem die Annahmen des mechanischen Modells zu betrachten. Eine Farbskala oder Bandbreite sollte deshalb benennen, ob sie die Klassifikation, den räumlichen Verlauf oder eine berechnete Reaktion beschreibt. Daraus ergibt sich, welche fachliche Prüfung als Nächstes sinnvoll ist.

Welches Ergebnis wird gebraucht?

  • Bodenverhalten zuordnen: Die KI-Auswertung gliedert die Messreihe einer Drucksondierung in vorgeschlagene Verhaltensabschnitte.
  • Schichtverläufe untersuchen: Räumliche Lernmodelle oder geostatistische Verfahren verbinden mehrere Aufschlüsse zu möglichen Baugrundmodellen.
  • Verhalten unter Last abschätzen: Ein gelerntes Ersatzmodell verknüpft seine Eingaben mit einer geotechnischen Zielgröße, etwa aus einer Tragfähigkeitsberechnung.

Quellen: 1, 2, 6, 7, 8, 13, 14, 15, 16.

Die nächste Untersuchung gezielt wählen: Prognosen für Erkundung und Gründungsvarianten nutzen

Der Vergleich prognostizierter Schichtverläufe hilft der geotechnischen Fachplanung, zusätzliche Aufschlüsse dort vorzusehen, wo ihr Ergebnis eine offene Gründungsfrage klären kann.

Im fiktiven Hallenprojekt muss die geotechnische Fachplanung klären, ob die weiche Lage unter die Gebäudemitte reicht und wie sie auf die geplante Belastung reagiert. Beides beeinflusst die Einschätzung möglicher Setzungsunterschiede und den Vergleich von Gründungsvarianten. Die zwei räumlichen Baugrundmodelle zeigen, in welchem Bereich der Verlauf noch unterschiedlich eingeschätzt wird. Ein zusätzlicher Aufschluss dort kann die Gründungsfrage gezielter bearbeiten als eine weitere Sondierung am bereits gut untersuchten Rand.

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Zwei Vorstellungen, eine gezielte nächste Frage – fiktives Beispiel

Fiktive BaugrundvorstellungOffene GründungsfrageBeitrag zusätzlicher Erkundung
Die weiche Lage endet vor der GebäudemitteWo liegt ihr Übergang?Zusätzlicher Aufschluss im Bereich, in dem die möglichen Verläufe auseinandergehen
Eine Rinne reicht unter die GebäudemitteWie weit reicht die Rinne, und wie verformt sich ihr Boden unter Last?Verlauf durch Aufschlüsse eingrenzen und Materialeigenschaften mit passenden Versuchen untersuchen

Die geotechnische Fachplanung wählt die Untersuchungsmethode danach aus, welche Information für die Gründungsfrage fehlt. Eine zusätzliche Drucksondierung beschreibt das Bodenverhalten am gewählten Ort über die Tiefe. Eine Probe mit geeignetem Laborversuch kann beispielsweise das Verformungsverhalten des angetroffenen Materials erschließen. Ein Belastungsversuch untersucht die Reaktion eines bestimmten Gründungssystems. Für die fiktive Halle sind Schichtverlauf und Materialverhalten deshalb als zusammenhängende, aber unterschiedliche Untersuchungsaufgaben zu planen.

Wie verlässlich eine räumliche Vorhersage arbeitet, lässt sich durch gezieltes Zurückhalten vorhandener Untersuchungen erproben. Eine veröffentlichte Offshore-Studie trainiert ihr Modell mit 59 von 60 Drucksondierungen und untersucht die Vorhersage an der zurückgehaltenen Sondierung. Diese Vorgehensweise bildet eine praktische Frage nach: Wie gut wird ein bislang ungesehener Messpfad im untersuchten Gebiet beschrieben? Sie liefert eine andere Information als ein Test, bei dem benachbarte Tiefenwerte derselben Sondierung auf Training und Prüfung verteilt werden.

Soll ein räumliches KI-Modell auch an anderen Standorten eingesetzt werden, müssen geotechnische Fachleute und Modellentwickler die dortigen Bodenverhältnisse in die Erprobung einbeziehen. Die Ergänzung eines bereits untersuchten Baufelds stellt andere Anforderungen als die Prognose in einer neuen geologischen Umgebung. Der geplante Einsatz bestimmt deshalb die Testdaten: zurückgehaltene Aufschlüsse im bekannten Gebiet oder Untersuchungen an weiteren Standorten. Die Auswertung zeigt dann, für welche räumliche Verwendung die Prognosen fachlich brauchbar sind.

Für Bauherrschaft und Fachplanung ermöglicht der Vergleich der Baugrundmodelle eine begründete Erkundungsplanung. Zunächst hält die geotechnische Fachplanung fest, welche Gründungsfragen unter beiden Schichtvorstellungen gleich beurteilt würden und welche vom Verlauf der weichen Lage abhängen. Für die zweite Gruppe kann sie gezielte zusätzliche Untersuchungen vorschlagen. Die Bauherrschaft erkennt dabei, welche Planungsentscheidung mit dem Erkundungsaufwand vorbereitet wird, etwa ob eine betrachtete Gründungsvariante weiter untersucht werden sollte.

Bei der fiktiven Halle könnte eine Nebenfläche von beiden Schichtvorstellungen kaum betroffen sein, während die Gebäudemitte für den Gründungsvergleich entscheidend bleibt. Die Fachplanung kann dann die Bearbeitung der Nebenfläche fortsetzen und für die Gebäudemitte zusätzliche Erkundung einplanen. Sobald die neue Sondierung ausgewertet ist, aktualisiert sie den Schichtverlauf. Gemeinsam mit der Gründungsplanung untersucht sie anschließend, welche Varianten unter diesem Baugrundbild weiterverfolgt werden. Jeder zusätzliche Aufschluss erhält so einen erkennbaren Bezug zur Planung des Gebäudes.

Offene Gründungsfrage benennen → mögliche Schichtverläufe vergleichen → maßgebenden Untersuchungsbereich bestimmen → zusätzliche Aufschlüsse auswerten → Gründungsvarianten fortschreiben

Quellen: 2, 4, 5, 6, 13, 14.

KI-Geotechnik in der Praxis: Messungen, Modelle und Fachwissen im Projekteinsatz

Die Praxisfälle zeigen KI-Unterstützung bei vier geotechnischen Aufgaben: Baugrundgutachten schreiben, Pfahlgruppen planen, Kranfahrwege beurteilen und eine Gründungssanierung entwickeln.

Für das Baugrundgutachten zweier Hallenneubauten in Kierspe-Rönsahl erprobte Wagner Umweltgeologie die KI-gestützte Berichtserstellung mit GeoWorksKI. Nach der konventionellen Erkundung unterstützte die Software das Erstellen eines Entwurfs aus Projektinformationen und vorhandenen Unterlagen; die fachliche Durchsicht erfolgte im Gutachterbüro. Der Pilotbericht beschreibt einen verkürzten Bearbeitungsaufwand. Der KI-Beitrag liegt damit in der Dokumentation der Untersuchungsergebnisse. Zum Use Case.

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Bei einem Pharmabauprojekt in Hillerød führte der Erkenntnisweg direkt in die Pfahlplanung. Ramboll verband dynamische Pfahllastversuche mit lernenden Modellen und einer automatisierten Auswertung der Pfahlgruppen. Aus den Versuchen entstanden aktualisierte Tragfähigkeitsprofile, die für weitere Gebäude des Projekts verwendet wurden. Hier greifen Datenerhebung und Planung eng ineinander: Die Erkenntnisse eines Bauabschnitts verbessern die Bearbeitung der folgenden Abschnitte. Zum Use Case.

Eine andere Aufgabe steht bei Mortenson im Vordergrund. Auf Windbaustellen müssen schwere Krane ihre Fahrwege sicher nutzen können. Das seit April 2021 eingesetzte Werkzeug verbindet Drucksondierungen mit einem von Itasca entwickelten neuronalen Ersatzmodell für geotechnische Berechnungen. Mortenson beschreibt Rückmeldungen innerhalb weniger Minuten und die Einbindung von Barr Engineering in die fachliche Prüfung. Der historische Fall zeigt einen bereits praktisch erprobten Weg von der Messung zur baustellennahen Auswertung. Zum Use Case.

In Jazan in Saudi-Arabien ging es um die Sanierung einer sich setzenden Getreidelagerhalle. GeoStruXer kombinierte satellitengestützte Verformungsbeobachtung, geotechnische Modellierung, eine KI-gestützte Optimierung und einen Feldversuch. Der Projektbericht beschreibt die Umsetzung einer angepassten Mikropfahllösung und die Rückkehr zum Betrieb. Das Beispiel erweitert den Blick auf bestehende Bauwerke: Beobachtete Bewegung kann zum Ausgangspunkt einer neu bewerteten Gründung werden. Zum Use Case.

Die Praxisfälle liefern unterschiedliche Ansatzpunkte für einen eigenen KI-Einsatz. Ein Gutachterbüro kann prüfen, ob ein Berichtsentwurf die Übertragung und Formulierung vorhandener Untersuchungsergebnisse erleichtert. Ein Gründungsplaner kann untersuchen, wie neue Lastversuche in weitere Pfahlvarianten eingehen. Bei wiederkehrenden Baustellenprüfungen zählt die Zeit bis zur fachlich nutzbaren Auswertung. Für eine Sanierung steht dagegen im Vordergrund, beobachtete Bewegungen zu erklären und geeignete Eingriffe zu vergleichen. Der Nutzen lässt sich jeweils an der geotechnischen Aufgabe und ihrer tatsächlichen Weiterbearbeitung beurteilen.

Quellen: 4, 5, 6, 7, 8, 11, 17, 18, 19.

Vom Modell in die Planung: Ergebnisse übergeben, Verantwortung klären und Aufwand bewerten

Für den KI-Einsatz müssen Gutachter, Modellentwickler und Gründungsplaner klären, welche Daten übergeben werden, wer die Auswertung fachlich prüft und welchen Aufwand der gesamte Vorgang verursacht.

Gründungsplaner benötigen aus einem digitalen Baugrundmodell mehr als die sichtbaren Schichtflächen. Sie müssen nachvollziehen können, welche Untersuchungen zugrunde liegen, wie die Schichten interpretiert wurden und welche Eigenschaften für die Berechnung angesetzt werden. Das gilt auch, wenn KI eine räumliche Prognose beigesteuert hat. Die geotechnische Fachplanung sollte deshalb räumliche Darstellung, Datenherkunft, abgeleitete Größen und Annahmen gemeinsam übergeben. Bei einer späteren Planänderung kann die Gründungsplanung dann erkennen, welche Berechnungsgrundlage weiterhin passt und was erneut untersucht werden muss.

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Vor der Auswahl einer Datenplattform oder KI-Anwendung sollte das Gutachterbüro den Weg vom Aufschluss zur vorgesehenen Berechnung durchgehen. Strukturierte Messdaten werden im Datenbestand gepflegt; Schichtinterpretation und räumliches Baugrundmodell bauen darauf auf. Die Gründungsberechnung übernimmt daraus die benötigten Größen. OpenGround mit angeschlossenen Modellierungswerkzeugen und die von Geotica beschriebene Übergabe an PLAXIS 3D bieten unterschiedliche Verbindungen zwischen diesen Schritten. Bei einer Erprobung kann das Büro prüfen, ob Lage, Einheiten, Herkunft und Interpretation bis zur Berechnung erhalten bleiben.

Was bei einer Modellübergabe zusammengehört

  • Untersuchungsgrundlage: Welche Bohrungen, Sondierungen und Versuche gehören zum übergebenen Modellstand?
  • Schichtinterpretation: Welche Zuordnungen hat die Fachplanung vorgenommen, und welche stammen aus einer automatisierten Auswertung?
  • Berechnungszweck: Welche Gebäudezone und welche Gründungsfrage soll mit den abgeleiteten Größen untersucht werden?
  • Fortschreibung: Wer arbeitet neue Aufschlüsse ein und informiert die Gründungsplanung über geänderte Schichten oder Parameter?

Zeigt eine zusätzliche Sondierung im Hallenprojekt einen anderen Verlauf der weichen Lage, überarbeitet die geotechnische Fachplanung das Baugrundmodell. Die Gründungsplanung prüft anschließend, welche Varianten und Berechnungen von dieser Änderung betroffen sind. Die Bauherrschaft erhält eine Einordnung, ob weitere Erkundung oder eine Anpassung der Planung erforderlich ist. Damit diese Übergabe funktioniert, müssen Untersuchungsstand, Schichtmodell und darauf beruhende Berechnungen eindeutig miteinander verbunden sein.

Beim Aufbau einer KI-Auswertung lassen sich die Zuständigkeiten entlang der Fachaufgabe vereinbaren. Das Erkundungsunternehmen liefert Messungen mit Lage-, Tiefen- und Verfahrensangaben. Die geotechnische Fachplanung ordnet sie in das örtliche Baugrundverständnis ein. Die für das KI-Modell zuständigen Datenfachleute setzen beispielsweise die räumliche Prognose um und prüfen sie gemeinsam mit der Fachplanung an weiteren Aufschlüssen. Gründungs- und Tragwerksplaner verwenden die abgestimmten Ergebnisse für ihr Bauwerk. In einem kleinen Ingenieurbüro können mehrere dieser Aufgaben bei derselben Person liegen; die jeweils erforderliche fachliche Bearbeitung bleibt bestehen.

Für ein geotechnisches Planungsbüro hängt die Wirtschaftlichkeit des KI-Einsatzes vom vollständigen Bearbeitungsweg ab. Messdaten bereinigen, ein Modell aufbauen, dessen Ausgabe prüfen und Änderungen einarbeiten kostet Zeit. Dem können schneller wiederholbare Sondierungsauswertungen oder mehr untersuchbare Gründungsvarianten gegenüberstehen. Ein Pilot sollte deshalb eine regelmäßig anfallende Aufgabe aufgreifen, deren bisheriger Ablauf bekannt ist. Das Büro vergleicht die Bearbeitungszeit und die fachliche Nutzbarkeit der fertigen Auswertung einschließlich aller Nacharbeiten. Daraus lässt sich entscheiden, ob die KI-Anwendung weiter eingesetzt oder zunächst der Datenbestand verbessert werden sollte.

Die Kriterien für einen solchen Pilotvergleich sollten zur gewählten Aufgabe passen. Bei einem KI-Entwurf für Baugrundgutachten erfasst das Büro beispielsweise Bearbeitungszeit und Art der fachlichen Korrekturen. Bei einer räumlichen Prognose untersucht die Fachplanung, wie gut vorhergesagte Schichtverläufe zu zurückgehaltenen Aufschlüssen passen und ob sie den Gründungsvergleich unterstützen. Bei einem Ersatzmodell vergleicht sie die Ausgaben mit den geotechnischen Berechnungen, die das Modell annähern soll. Diese Prüfungen helfen, den jeweiligen Einsatzbereich festzulegen und die nächste Überarbeitung der Anwendung gezielt zu beauftragen.

Quellen: 5, 9, 10, 11, 12, 17.

Markt und Forschung: geotechnische Werkzeuge, Planungsdienste und neue Baugrundmodelle

Der Markt bietet Datenplattformen, Auswertungswerkzeuge und spezialisierte Ingenieurleistungen; die Forschung erweitert räumliche Prognosen und die Verbindung von Messung und Mechanik.

Ein Gutachter- oder Gründungsplanungsbüro kann KI-Unterstützung auf unterschiedlichen Wegen beschaffen. Datenplattformen verwalten Aufschlussdaten und verbinden sie mit Modellierungs- und Berechnungswerkzeugen. Spezialisierte Anwendungen unterstützen beispielsweise die CPT-Auswertung. Ingenieurbüros entwickeln projektspezifische Lösungen, die Messprogramme, numerische Berechnung und maschinelles Lernen kombinieren. Geophysikalische Dienstleister liefern zusätzlich räumliche Untergrundinformationen. Welche Leistung gebraucht wird, ergibt sich daraus, ob das Büro Daten erschließen, Messungen interpretieren oder eine konkrete Gründungsfrage bearbeiten will.

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Ein Gutachterbüro mit vielen ähnlich aufgebauten Berichten benötigt vor allem einen verlässlichen Datenimport und fachlich bearbeitbare Textentwürfe. Für ein Gründungsplanungsteam, das zahlreiche Pfahlgruppen vergleicht, sind dagegen Lastfälle, Versuchsergebnisse und die Verbindung mit den Berechnungen entscheidend. Eine geotechnische Datenplattform kann die Messgrundlage für beide Aufgaben bereitstellen. Bei der Anbieterauswahl sollte das Büro daher einen eigenen typischen Vorgang vorführen lassen: Welche Messdaten werden eingelesen? Was übernimmt die Software? Was muss die Fachplanung ergänzen? In welcher Form geht die Auswertung in Gutachten oder Berechnung ein?

Aktuelle Forschung untersucht, wie räumliche Baugrundprognosen mehrere plausible Schichtverläufe und die Unsicherheit der verfügbaren Messungen abbilden können. ProbPerModel verbindet probabilistische Standortbeschreibung mit geotechnischen Anwendungen für Offshore-Gründungen. NGI untersucht im Programm On Certain Ground unter anderem Untergrundwissen, Unsicherheitsmodellierung und Ersatzmodelle. Arbeiten der University of Western Australia prüfen räumliche CPT-Prognosen an zurückgehaltenen Sondierungen. Für die geotechnische Fachplanung eröffnen solche Verfahren die Möglichkeit, alternative Baugrundbilder und ihre Folgen für die Gründungsaufgabe miteinander zu vergleichen.

TGS untersucht in einer wissenschaftlichen Arbeit, wie ein XGBoost-Modell aus Attributen hochauflösender seismischer Daten den Spitzenwiderstand von Drucksondierungen prognostizieren kann. Die seismische Erfassung liefert räumliche Hinweise, die lokalen CPT-Messungen erschließen die geotechnische Zielgröße. Für die Anwendung ist interessant, ob diese Verbindung das Baugrundbild zwischen den Sondierungen verbessert und eine weitere Erkundung gezielter vorbereitet. Das vorgestellte Verfahren wird als wissenschaftliche Erprobung eingeordnet; seine Verwendung in konkreten Planungsabläufen wäre ein wichtiger Gegenstand späterer Aktualisierungen.

Für die Beschaffung sollten Gutachter und Bauherrschaft zwischen einem nutzbaren Werkzeug, einer projektspezifischen Ingenieurleistung und einem Forschungsansatz unterscheiden. Ein CPT-Werkzeug kann mit vorhandenen Sondierungen erprobt werden. Eine individuelle Pfahloptimierung erfordert dagegen eine gemeinsam formulierte Gründungsaufgabe und passende Versuchsdaten. Bei einem Forschungsansatz ist zunächst zu klären, welcher Teil für das eigene Projekt erprobt werden soll. Die folgenden Profile beschreiben dafür die jeweiligen Leistungen und Forschungsbeiträge sowie den Bezug zu den geotechnischen Aufgaben dieses Briefings.

Anbieter und praktische Angebotswege – eigene Darstellung; Quellen je Zeile

OrganisationAnschluss an die eigene AufgabeProfilQuellen
RambollProjektspezifische Pfahlplanung mit Versuchs- und ModelldatenRamboll4
ItascaNumerische Geotechnik und lernende ErsatzmodelleItasca7
Wagner UmweltgeologieBaugrundgutachten und erprobte KI-BerichtsarbeitWagner17, 18
GeoStruXerGeotechnische Sanierung und verknüpfte ModellierungGeoStruXer6, 19
GeoticaCPT-Auswertung und räumliche BaugrundmodelleGeotica12
SeequentGeotechnische Daten, Interpretation und BerechnungSeequent11
FugroStandorterkundung mit verbundenen geophysikalischen und geotechnischen DatenFugro20
TGSHochauflösende Seismik und Forschung zur geotechnischen InterpretationTGS22, 23

Einrichtungen und konkrete Forschungsbeiträge – eigene Darstellung; Quellen je Zeile

OrganisationBeitrag zum ThemaProfilQuellen
Fraunhofer IWESProbabilistische Standortmodelle für Offshore-GründungenFraunhofer IWES15, 21
GuDVerbindung geotechnischer Versuche mit probabilistischer ModellierungGuD3, 21
Norwegian Geotechnical InstituteOn Certain Ground: Untergrundwissen und UnsicherheitNGI8, 16
University of Western AustraliaRäumliche Prognosen aus DrucksondierungenUWA14

Quellen: 3, 4, 7, 8, 11, 12, 14, 15, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23.

Anbieter

Ramboll: Versuchsdaten und KI in der Gründungsplanung

Ramboll zeigt an einem dänischen Pharmabauprojekt, wie Pfahllastversuche und lernende Modelle eine automatisierte Gründungsplanung unterstützen.

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Anbieter

Itasca: numerische Geotechnik und lernende Ersatzmodelle

Itasca verbindet geotechnische Simulation mit maschinellem Lernen. Ein Praxisbeispiel ist die schnelle Auswertung von Kranfahrwegen bei Mortenson.

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Anbieter

Wagner Umweltgeologie: Baugrundgutachten und digitale Berichtsarbeit

Das Büro aus Marienheide verbindet Baugrunduntersuchung und geotechnische Beratung. Mit GeoWorksKI erprobt es die Unterstützung der Gutachtenerstellung.

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Anbieter, Transfer

GeoStruXer: geotechnische Modellierung für anspruchsvolle Bauaufgaben

GeoStruXer verbindet geotechnische und konstruktive Modellierung mit Fernerkundung und Optimierung. Ein Anwendungsfeld ist die Gründungssanierung.

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Anbieter

Geotica: Drucksondierungen auswerten und Baugrundmodelle entwickeln

Geotica beschreibt cloudbasierte CPT-Auswertung mit MapCPT und räumliche Modellierung. Schnittstellen verbinden Ergebnisse mit der geotechnischen Berechnung.

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Anbieter

Seequent: geotechnische Daten mit Modellierung und Berechnung verbinden

Seequent verbindet OpenGround, Leapfrog und weitere Werkzeuge zu einem Daten- und Modellierungsumfeld für geotechnische Aufgaben.

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Anbieter

Fugro: geophysikalische und geotechnische Standortdaten zusammenführen

Fugro beschreibt mit GroundIQ einen verbundenen Ansatz der Standorterkundung. Geophysikalische und geotechnische Daten fließen in die Interpretation ein.

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Anbieter, Forschung

TGS: hochauflösende Seismik für ein genaueres Untergrundbild

TGS bietet hochauflösende seismische Erfassung und Bildgebung. Forschung untersucht die Verbindung dieser Daten mit Drucksondierungen und maschinellem Lernen.

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Forschung

Fraunhofer IWES: probabilistische Baugrundmodelle für Offshore-Gründungen

Fraunhofer IWES untersucht im Umfeld von ProbPerModel, wie mögliche Untergrundstrukturen beschrieben und für Offshore-Gründungen genutzt werden können.

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Forschung

GuD: geotechnische Versuche und probabilistische Modellierung verbinden

GuD beteiligt sich an der Forschung zu probabilistischen Baugrundbeschreibungen. Ein Beitrag verbindet Triaxialversuche und Drucksondierungen in einem gemeinsamen Modell.

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Forschung

NGI: Unsicherheit und Untergrundwissen in der geotechnischen Modellierung

Das Norwegian Geotechnical Institute untersucht mit On Certain Ground, wie Untergrundwissen, Unsicherheitsbeschreibung und Modellierung zusammenwirken.

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Forschung

University of Western Australia: räumliche Prognosen aus Drucksondierungen

Forschung der University of Western Australia untersucht lernende Modelle für räumliche CPT-Prognosen und deren Bedeutung für geotechnische Anwendungen.

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Verknüpfte Fachbegriffe und Detailthemen

AGS-Datenformat
Das AGS-Format strukturiert den Austausch geotechnischer Daten und erleichtert deren Nutzung in weiteren Auswertungswerkzeugen.
Baugrundmodell
Das Baugrundmodell verbindet einzelne Erkundungsergebnisse zu einer räumlichen Beschreibung für Gründungs- und Bauentscheidungen.
Bayessche Modellierung
Bayessche Modelle verbinden Vorwissen mit neuen Erkundungsdaten und machen alternative Baugrundannahmen vergleichbar.
Bodenverhaltensklasse
Bodenverhaltensklassen strukturieren die Interpretation von Sondierungsdaten und unterstützen die weitere geotechnische Bewertung.
Drucksondierung (CPT)
Drucksondierungen liefern tiefenbezogene Messreihen, die geotechnische Fachleute mit KI auf Bodenverhalten und Schichtwechsel auswerten können.
Drucksondierung mit Porenwasserdruckmessung (CPTu)
CPTu ergänzt die Drucksondierung um Porenwasserdruckdaten und erweitert damit die Grundlage zur Interpretation des Bodenverhaltens.
Geostatistik
Geostatistik hilft, räumliche Zusammenhänge zwischen Aufschlüssen zu beschreiben und mögliche Untergrundverläufe abzuschätzen.
Geotechnischer Aufschluss
Aufschlüsse liefern örtliche Erkenntnisse, an denen die KI-gestützte Interpretation des räumlichen Baugrunds verankert wird.
Geotechnischer Kennwert
Geotechnische Kennwerte übersetzen die Untergrundbeschreibung in Größen, die für Bemessung und Variantenvergleich benötigt werden.
Hülsenreibung bei der Drucksondierung
Die Hülsenreibung ergänzt den Spitzenwiderstand bei der Auswertung von Sondierungsprofilen und der Unterscheidung des Bodenverhaltens.
Porenwasserdruck
Porenwasserdruckdaten helfen, Sondierungsbefunde und das Verhalten des wassergesättigten Untergrunds fachlich einzuordnen.
Radarinterferometrie
Radarinterferometrie erschließt Boden- und Oberflächenbewegungen, die geotechnische Beobachtungen über größere Bereiche ergänzen können.
Spitzenwiderstand bei der Drucksondierung
Der Spitzenwiderstand ist eine Messgröße der Drucksondierung, die in die KI-gestützte Einordnung des Untergrunds eingeht.
Surrogatmodell
Gelernte Ersatzmodelle nähern aufwendige geotechnische Berechnungen an und erleichtern den Vergleich mehrerer Gründungsvarianten.

Quellenverzeichnis

Quelle 1: AI-enhanced soil classification with incomplete CPT data for offshore wind farm

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 4: Data-driven pile optimization utilizing computational design

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 5: Itasca Consulting Group in Partnership with Mortenson Win 2021 Tekne Award

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Geltungsbereich und Verwendung

Geltungsbereich: US-Windenergiebaustellen; Einsatz seit April 2021.

Verwendung (25 Stellen):

Quelle 6: Power couple: How a marriage of minds and expertise rescued a sinking Saudi warehouse

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Geltungsbereich und Verwendung

Geltungsbereich: Jazan Port, Saudi-Arabien; Sanierung einer Getreidelagerhalle.

Verwendung (25 Stellen):

Quelle 9: Geotechnisch sondeeronderzoek (CPT)

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 15: Assessing paleo channel probability for offshore wind farm ground modeling – comparison of multiple-point statistics and sequential indicator simulation

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 16: SP18 On Certain Ground: WP1 – Uncertainty classification and modelling approaches

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 18: Wagner Umweltgeologie – Unternehmens- und Leistungsinformationen

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 19: Home1 – GeoStruXer

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 20: GroundIQ – Reducing ground risk through smarter subsurface investigations

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 21: ProbPerModel: Probabilistische Baugrundmodellierung für die Planung und Entwicklung von Offshore-Windparks

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Geltungsbereich und Verwendung

Quelle 22: Machine learning based soil property prediction: A Quantitative Ground Model building approach based on 3D UHRS

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Geltungsbereich und Verwendung

Geltungsbereich: Ten Noorden van de Waddeneilanden (TNW), niederländische Nordsee; ergänzender Nordsee-Datensatz 2024.

Verwendung (4 Stellen):

Quelle 23: Firm Foundations: Geophysical Data for Ground Modeling

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Geltungsbereich und Verwendung

Häufige Fragen zur KI in Geotechnik und Baugrundanalyse

Was kann KI bei der Baugrundanalyse leisten?

KI kann einem geotechnischen Planungsbüro helfen, Messabschnitte einer Drucksondierung nach Bodenverhalten zu klassifizieren, mögliche Schichtverläufe zwischen Aufschlüssen zu prognostizieren oder wiederkehrende Gründungsberechnungen anzunähern. Die Fachplanung prüft diese Ausgaben und verwendet sie beispielsweise, um zusätzliche Untersuchungen zu planen oder Gründungsvarianten zu vergleichen.

Vertiefung und Quellen: Den Baugrund besser einschätzen: wo KI Erkundung und Gründungsplanung unterstützt.

Was unterscheidet eine Drucksondierung von einer Bohrung?

Eine Drucksondierung zeichnet Messgrößen wie Spitzenwiderstand und Mantelreibung entlang der Tiefe auf. Eine Bohrung erschließt Bodenmaterial für Beschreibung und Proben. Beide Untersuchungen ergänzen sich: Sie verbinden das gemessene Verhalten mit der geologischen Einordnung und weiteren Versuchen.

Vertiefung und Quellen: Bohrungen, Sondierungen und Versuche verbinden: aus Messpunkten wird ein Baugrundmodell.

Wie hilft ein Modell bei der Wahl der nächsten Untersuchung?

Die geotechnische Fachplanung vergleicht mehrere plausible Schichtverläufe und untersucht, wo ihre Unterschiede eine Gründungsfrage beeinflussen. Zusätzliche Aufschlüsse in diesen Bereichen können die offene Frage gezielt bearbeiten. Ob dafür eine Drucksondierung, eine Bohrung oder ein Versuch benötigt wird, richtet sich nach der gesuchten Information.

Vertiefung und Quellen: Die nächste Untersuchung gezielt wählen: Prognosen für Erkundung und Gründungsvarianten nutzen.

Wo wird KI in der Geotechnik bereits praktisch eingesetzt?

Die vorgestellten Anwendungen betreffen Gutachtenentwürfe, Pfahlplanung, Kranfahrwegprüfungen und die Sanierung einer Gründung. Sie zeigen unterschiedliche Formen des Nutzens. Die ausführlichen Use Cases beschreiben jeweils den Arbeitsablauf, die beteiligten Organisationen und die verwendeten Methoden.

Vertiefung und Quellen: KI-Geotechnik in der Praxis: Messungen, Modelle und Fachwissen im Projekteinsatz.

Wie beginnt ein geotechnisches Büro mit einem KI-Pilotprojekt?

Ein Gutachter- oder Planungsbüro wählt eine regelmäßig anfallende Aufgabe, etwa die Auswertung von Drucksondierungen oder einen Gutachtenentwurf. Es legt Eingabedaten, erwartete Ausgabe und fachliche Prüfung fest. Anschließend vergleicht es den bisherigen Ablauf mit der KI-Unterstützung einschließlich Datenaufbereitung und Nacharbeit. Bewertet werden der Gesamtaufwand und die Nutzbarkeit der fertigen Auswertung.

Vertiefung und Quellen: Vom Modell in die Planung: Ergebnisse übergeben, Verantwortung klären und Aufwand bewerten.