Roboter müssen zum Tempo der Arbeit passen
Ein Roboter, der Steine in angenehmer Höhe anreicht, kann wiederholtes Bücken ersparen. Susanne Niehaus und ihr Forschungsteam untersuchten in vier kurzen Pilotversuchen, wie solche Unterstützung im Arbeitsalltag ankommt. Insgesamt 37 Beschäftigte waren auf vier Gruppen verteilt; jede erprobte eines der Systeme. Dazu gehörten ein Roboter zum Abdichten von Bodenfugen, zwei Systeme zur Übergabe von Mauersteinen und ein passives Schulterexoskelett, das die Arme mechanisch und ohne Motor unterstützt. Anschließend bewerteten die Beschäftigten ihre Erfahrungen mit dem jeweils erprobten System in Fragebögen, die auch offene Antworten ermöglichten.
Bei der Steinübergabe schätzten die Beschäftigten die angenehme Höhe. Ein langsamer Ablauf und die fehlende Möglichkeit, den Roboter selbst zu starten oder anzuhalten, störten dagegen ihre Arbeit. Ein eigener Steinvorrat sollte Wartezeiten überbrücken. Bei einer weiteren Anwendung erfasste das System die Bewegungen eines Handschuhs. Damit bestimmten die Beschäftigten, wo der Roboter den nächsten Stein übergibt. Die Bedienung ließ sich leicht lernen, die Reaktion des Systems entsprach jedoch nicht immer den Erwartungen.
Der Roboter zum Abdichten der Bodenfugen ließ sich überwiegend gut bedienen. Unklare Rückmeldungen erschwerten allerdings die Zusammenarbeit: Die Beschäftigten konnten nicht immer erkennen, in welchem Arbeitsschritt er sich befand und was als Nächstes zu tun war.