Gebäudemasse und Anlagen gemeinsam vorausschauend nutzen
Kühle Nachtluft kann ein Bürogebäude bereits abkühlen, bevor am Nachmittag hohe Außentemperaturen und Strompreise zusammentreffen. Ein Team um Ettore Zanetti vom Lawrence Berkeley National Laboratory untersuchte, wie sich solche zeitlichen Spielräume für Heizung, Lüftung und Kühlung nutzen lassen. Der Versuch betraf zwei Bürogeschosse mit rund 6000 Quadratmetern Fläche im Forschungsgebäude Building 59.
Die modellprädiktive Regelung, kurz MPC, berechnet mögliche Betriebsweisen für die nächsten 24 Stunden. Sie verwendet vereinfachte physikalische Gebäude- und Anlagenmodelle, deren Parameter mit Messdaten angepasst werden. Wettervorhersagen, Wärmeeinträge etwa durch Geräte und Personen sowie Strompreise gehen in die Berechnung ein. Der Regler wählt unter anderem Lüfterleistung, Kühlung und Außenluftanteil. Die Berechnung berücksichtigt den geforderten Frischluftbedarf und die vorgegebenen Temperaturbereiche.
Zwischen Juni 2023 und Mai 2024 wurden Testphasen in allen vier Jahreszeiten mit der vorhandenen regelbasierten Steuerung verglichen. Erprobt wurden vier künstlich erzeugte, zur jeweiligen Jahreszeit passende Strompreisprofile. Die Regelung konnte dadurch etwa nachts vorkühlen oder vor kalten Morgenstunden vorheizen und später mit geringerer Leistung arbeiten.